Warum ich Instagram gelöscht habe (ohne massiv Besucherinnen zu verlieren)

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Alle sind wohl cool.

Nur ich nicht.

Ich habe Instagram nie gebraucht. Ich habe es erst letztes Jahr für mich „entdeckt“.

Ja, das ist 11 Jahre her, seit es Online ist.

Selbst meine damaligen Kommilitonen hatten es schon alle. Und ich bin über 30.

Das nennt sich dann wohl Spätzünder.

Warum ich auch Dir rate, Instagram zu löschen? Was mich richtig an dieser „Social“-Media-Plattform nervt. Und warum es an meinen Zahlen nichts geändert hat. Ich gebe Dir gleich 6 Gründe: Also lass uns Tacheles reden.

Falsche Follower

Die Followerzahl ist so aussagekräftig wie eine Studie ohne Kontrollgruppe.

Wenn Du schon eine Weile bei Instagram unterwegs bist, passiert es irgendwann.

Du triffst auf:

  • Bots
  • Liebesschwindler
  • Gurus

Den sie alle folgen Dir auf einmal. Bots folgen ausnahmslos jedem. Klar ist ja auch ein Computerprogramm. Und können wohl nur mit Smileys kommentieren: 🔥🚀🎉. Manchmal sogar einzelne Wörter: Super 🤯.

Liebesschwindler sind da schon gesprächiger, auch wenn es oft an der Übersetzung hapert. Liegt vermutlich daran, weil sie alle aus Afrika kommen (getarnt als amerikanische Helden).

Es fängt harmlos an, sie kommentieren Deine Beiträge mit: „Du bist wunderschön“. Das tun sie nur, damit Du Deine privaten Nachrichten checkst, den unter Spam findest Du sie dann. Antwortest Du darauf, zeigen sie Dir ihre Kinder. Die Du per Google-Bildsuche schnell enttarnst.

Ja, ich habe mich mal so lange mit einem „unterhalten“. Ich wollte sehen, wo das hinführt.

Ich stecke es in die Kategorie größte Zeitverschwendung.

Wer darauf reinfällt? Ich weiß es nicht (und hoffe niemand).

Dann gibt es noch die Gurus, wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären.

Nervige Nachrichten

Nachdem Marketing-Gurus freudig verkündigen, dass Du mehr Sichtbarkeit erhältst, wenn Du Menschen direkt anschreibst. Geht es mir so richtig auf die Nüsse (ja auch als Frau).

Den, es passieren zwei Sachen:

  • Entweder ein Account schreibt mich an und will mir seine Optimierung verkaufen.
  • Oder ich folge einem Account und bekomme gleich eine automatisiere Nachricht, die an jeden verschickt wird.

Da frage ich mich immer, für wie dumm werde ich gehalten?

Mir ist klar, dass nicht alle Menschen daueronline sind und sich deswegen mit einem Bot behelfen.

Aber wo soll das ganze Gespamme hinführen?

Mich gewinnt so niemand als Kundin. Im Gegenteil, ich entfolge, so schnell ich gekommen bin.

Hast Du kein Problem mit falschen Followern und nervigen Nachrichten. Trifft Dich auf jeden Fall der nächste Punkt.

Massives Clickbaiting

Clickbaiting sind reißerische Überschriften (die Bild-Zeitung ist da sehr talentiert drin).

Wenig Fakten, viele Emotionen.

Dazu wird oft noch eine Prise FOMO (Angst was zu verpassen) verstreut. Sprich, wenn Du das nicht gesehen hast, dann gehörst Du nicht dazu.

Solche Headlines klingen immer so:

  • Mit dieser ultimativen Formel wirst Du reich über Nacht (ohne Anstrengung).
  • Geheime Content-Strategien, über die keiner spricht, die du unbedingt brauchst.

Und was bekommst Du am Ende?

Richtig, so einen tollen Tipp wie: Mach mal ’ne Pause.

Ernsthaft?

Für meinen Erfolg ist eine ausgewogene Work-Life-Balance wichtig?

Was eine Überraschung, da ist ja mehr drin als in einem Ü-Ei.

Diese Clickbaits findest Du an jeder Instagram-Ecke. Und alle versprechen Dir die eine Formel oder Strategie.

Und dann kommt so ein normaler Schmu dabei raus. Das hätte Dir sogar Deine internetfreie Oma sagen können.

Ob Du dafür eine Formel brauchst? Vielleicht weniger Zeit mit Instagram verschwenden, dann kommst Du früher ins Bett.

Das ganze lässt sich natürlich noch toppen. Nämliche Gurus, die sich auch noch gerne zeigen. Wobei das eher die Seltenheit ist, die verstecken sich in der Regel lieber, weil sie wissen, dass ihre Formeln sch***e sind.

Zu viel Selbstinszenierung

Versteh mich nicht falsch, ich mag mich.

Mal mehr, mal weniger.

Aber Instagram ist mir eindeutig zu viel Selbstinszenierung.

Mein Haus. Mein Auto. Mein Kinderwagen.

Oh, ich habe das Essen vergessen. Das wird dann lieber kalt gegessen (igitt).

Da muss ich ja wirklich keiner mehr wundern, warum Menschen nicht mehr hilfsbereit sind. Sind sie doch einfach nur dauernd mit sich selbst beschäftigt.

Von Stories will ich gar nicht anfangen. Ich soll mit meinem Handy reden? Damit Menschen, die ich nicht persönlich kenne, sich den Quatsch anschauen?

Inwieweit hilft mir das? Außer vielleicht für Selbsttherapiezwecke.

Ich frage mich also was bringt mir das als Nutzerin oder Sprecherin?

Richtig nichts. Aber jetzt würden mir die Gurus sicher raten, das als Verkaufsplattform zu nutzen.

Wenn ich dem Stromvertreter schon die Tür vor der Nase zu knalle, weil er mir mal wieder einen Vertrag andrehen will. Warum sollte ich einer Person folgen, die nur Werbung macht?

Es gibt keinen. Also gibt es auch keinen Grund für Deine Kundschaft. Niemand geht auf Instagram, um zu kaufen.

Ja, es gibt ein paar, die tun das. Dafür musst Du aber viel Gehirnwäsche hereinstecken. Das bringt mich zum nächsten Punkt.

Höchste Arbeitskollaps-Gefahr

Ich habe in einem Instagram-Ratgeber folgende Strategie gefunden, um ganz groß herauszukommen:

  • min. 3 Fotos/Karussell-Post pro Woche
  • min. 10 Stories pro Woche (2 Mo – Fr)
  • min. 4 – 7 Reels pro Woche (kleinen Videos)
  • min. 1 – 3 IGTV/Lives (also lange Videos)
  • min. 1 Guide pro Monat

Da frage ich mich?

Darf ich noch leben oder instagrame ich nur noch?

Und dass Du noch täglich liken, kommentieren und Nachrichten verschicken sollst. Ist klar, oder?

Dann brauchst Du noch Themen, Storytelling und Hashtags.

Ich denke, Dir ist klar, worauf das abzielt.

Kennst Du das Pareto-Prinzip? Mit 20 % Arbeit 80 % Erfolge erreichen.

Bei Instagram geht das einfach nicht auf. Du steckst 80 % Arbeit rein und bekommst mal gerade mickrige 14 % raus.

Du willst Belege?

Ich habe einen Account von 0 auf 500 Follower (tatsächlich ohne Bots und Liebesschwindler) in 3 Monaten gebracht.

Wenn ich so weiter gearbeitet hätte wie oben angeben, hätte ich beim Arzt einen Burnout-Antrag gestellt.

Sind von knapp 2000 Websitebesuchern gerade mal 132 von Instagram gekommen. Die dann durchschnittliche 51 Sekunden geblieben sind.

132 Besucher.

51 Sekunden.

Und ich habe den Link immer brav in die Story gepostet.

Selbst vom totgeglaubten Facebook sind fast 600 gekommen und dann noch länger geblieben. Ohne dass ich mich zur Hampelfrau machen musste.

Dieser enorme Arbeitsaufwand und mit einem Wisch(er) ist alles weg.

Das überzeugt Dich immer noch nicht. Dann kommt jetzt das Argument, warum Instagram Dein Business nicht vorantreibt.

Unendlicher Dopamin-Kick

Jedes Like führt zu einem Dopamin-Kick.

Das ist das Zeug, was Dir gute Laune macht. Schokolade und Sport kann das auch.

Du wirst wie ein Hund (ja, das ist so) darauf trainiert. Jedes Like ein Dopamin-Kick. So fühlt sich Belohnung an.

Erst bekommst Du viele, dann immer weniger. Du musst Dich immer mehr anstrengend, um sichtbar zu sein und Likes zu bekommen. Jetzt bist Du süchtig danach.

Im Hundetraining macht man das mit Leckerlies, Instagram nutzt dafür einfach unsere Biologie.

Was denkst Du, warum Mark Zuckerberg Instagram nicht benutzt?

Und mitwirkende Mitarbeiter ihre Kinder lieber in die Waldorf-Schule schicken? Ich kann Dir den Film „Das Dilemma mit den sozialen Medien“ auf Netflix empfehlen. Auch wenn der leicht überdramatisiert ist.

Was das mit Deinem Business zu tun hat?

Wer einmal in der Instagram-Blase drinsteckt, der will da nicht mehr raus. Der Sog ist einfach zu stark.

Von Instagram wechseln, um sich Dein Angebot anschauen. Ne da checke ich lieber nochmal die Timeline oder meine Zahlen.

Du kommst gegen diesen Riesen einfach nicht an. In dem Fall verliert David.

Ich hatte Dir nur 6 Gründe versprochen, aber ich setzte noch einen obendrauf.

Weniger Spannung

Schaue Dir Instagram mal im Browser an. Gerne auch auf Deinem Handy.

Was fällt Dir auf?

Richtig.

Keine Werbung.

Kein endlosen Scrollen mit vorgeschlagenen Beispielen (die Du eh nicht sehen willst).

Keine Videos, die Dich direkt fesseln.

Es sieht auf einmal soviel lahmer und uncooler aus.

Und davon bist Du abhängig?

Ob Instagram für Dein Business als Marketingkanal funktioniert, das musst Du wissen. Ich kann Dir nur raten, checke Deine Zahlen. Und rechne wirklich gegen, wie viel Zeit investierst Du und wie viele verirren sich auf Deine Website?

Ist der Aufwand höher als der Ertrag, würde ich mir eine nachhaltigere Strategie suchen. Falls Du jetzt auch kein Bock mehr auf Instagram hast, findest Du hier die passende Anleitung wie Du Instagram löscht.

Auch das ist nicht so einfach, den schließlich will Instagram, nicht dass Du gehst, daher ist der Button sehr gut versteckt.

Seitdem ich Instagram gelöscht habe, bin ich 1000 % produktiver. Ich schreibe, statt mich zu vergleichen. Ich netzwerke, statt nervige Nachrichten zu lesen. Ich lebe, statt alles mit dem Handy aufzunehmen. Ach ja und meine Kinder danken es mir auch.

Jetzt weißt Du, warum ich Instagram gelöscht habe. Was nervt Dich am meisten an Instagram? Schreib mir in den Kommentaren.

Verwebliche Dich selbst.

Deine Désirée

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5 Kommentare zu „Warum ich Instagram gelöscht habe (ohne massiv Besucherinnen zu verlieren)“

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