Frisch selbstständig: Womit Deine erste Website starten?

Womit als Selbstständige Deine erste Website starten? Frau am Laptop mit Kaffee

Mit 12 Jahren habe ich meine erste Website geschrieben.

Über Animes. Ja, genau diese Zeichentrickserien mit den großen Eier-Augen. Das Wort geschrieben trifft es sehr genau. Den ich habe die Website selber programmiert, mit den Sprachen des Webs: HTML, CSS und PHP.

Und da es keine fertigen und durchdachten Layouts gab, habe ich die in eine Tabelle gebaut. Ja, wie Excel. Links in die Spalte die Navigation und rechts der Inhalt. Verrückt, oder?

Ich habe alles selber geschrieben, da gab es noch keine andere Möglichkeit. Ich wollte eine neue Seite anlegen, dann hieß es erstmal, alte Seite kopieren und Inhalte manuell ändern. Und wenn ich dann das Design ändern wollte – bloß nicht.

Zum Glück hast Du heute eine besser Auswahl und kannst Deine Website viel schneller starten. Lass uns sehen, was gibt es für Websites? Mit welchen Systemen lässt sich eine Website erstellen? Und welches solltest Du davon nehmen?

Was gibt es für Websites?

Falls Du Dich jetzt wunderst, was die Frage soll. Es gibt Unterschiede. Den es gibt statische Websites und dynamische Websites. Du kennst vermutlich nur dynamische.

Was sind statische Websites?

Das, was ich mit 12 Jahren gebaut habe, war eine solche statische Website. Ich habe den Code manuell geschrieben und die Website dann hochgeladen. Es gab keine Verwaltung. Bei jeder Änderung musste ich neu tippen und hochladen.

Solche Sites gibt es noch? Ja, zum Beispiel sind viele One-Pager (Ein-Seiten-Websites) noch statisch. Es gibt heutzutage Generatoren, wo Du Deine Website zusammenklickst und bekommt am Ende den Code, den Du nur noch hochlädst. Fertig.

Der Aufwand ist dennoch höher, dafür sicherer. Wegen der Mühe, Texte zu ändern oder Bilder zu tauschen, ändert sich selten was an diesen Websites. Das hat zufolge, dass Besucher:innen und Google Dich nicht besuchen.

Ganz einfach erklärt, bei Dir gibt es nichts Neues zu sehen. Du besuchst Instagram, weil es täglich neuen Content gibt.

Kommen wir zum Pendant.

Was sind dynamische Websites?

Da es mühselig ist alles zu Tippen, haben sich Menschen was ausgedacht. Tadaa – Ein Content-Management-System, wie der Name schon sagt, verwaltest Du damit Deine Inhalte. Kurz geschrieben CMS.

Dieses System hat die Website-Erstellung revolutioniert. Den die Inhalte werden nun in Datenbanken gespeichert, ja so ähnlich wie Excel. Aber getrennt von der Optik. Rufst Du eine Website auf, also gibt oben die Adresse ein, wird die Webseite erst generiert. Der Inhalt wird sich aus der Datenbank geholt und die Optik hast Du Deiner Website mitgeteilt.

Du bekommst davon nichts mit. Du siehst am Ende die fertige Webseite (Unterschied Webseite und Website). Durch dieses System war es jetzt viel leichter, Inhalte zu pflegen. Klar, dass diese sich dann häufiger geändert haben.

Ich schätze 99 % der Websites da draußen sind dynamisch. Die Voreiter sind Blogs, gefolgt von Wikis und Foren. Blogs verbergen sich gerne unter Begriffen: News, Aktuelles oder Magazin. Also ganz und gar nicht altmodisch.

Wenn Du im Internet surfst, bis Du höchstwahrscheinlich auf einem Blog gelandet.

Lass uns 3 Möglichkeiten anschauen, wie Deine Website ins Netz kommt.

Womit kannst Du Deine erste Website starten?

Es gibt 3 Optionen, Deine Website zu erstellen. Du kannst sie selber programmieren oder programmieren lassen. Du benutzt einen Baukasten oder ein Content-Management-System. Welche Option für Dich am besten ist? Lies weiter.

Selber programmieren

Halt. Stopp, bevor Du jetzt denkst, Du sollst das Gleiche tun wie ich vor 20 Jahren und selber schreiben. Das geht immer noch, aber ist total unpraktisch, dazu benötigst Du Sprachen wie HTML, CSS, JavaScript und PHP.

Wie ich oben angedeutet habe, gibt es Site-Generatoren. Die ermöglichen Dir, Deine Website zusammenzuklicken und nur den fertigen Code hochzuladen.

Der wichtigste Vorteil ist die Sicherheit. Es gibt keinen Login, der gehackt werden kann. Die Nachteile sind auch klar, je nach Generator zahlst Du eine Gebühr. Bei jeder Änderung musst Du Deinen Code selber hochladen.

Ehrlich, diese Art lohnt sich nur, wenn Du einen One-Pager brauchst, also eine Online-Visitenkarte. Die Du, wenn einmal erstellt, nie änderst. So bist Du zwar online sichtbar, aber Kund:innen besuchen Dich nur einmal. Maximal zweimal, um festzustellen, bei Dir gibt es nur das Gleiche zu sehen.

Anbieter:

Website-Baukasten

Der Website-Baukasten ist in Mode. Jeder Anbieter, wo Du eine Domain kaufen kannst, hat auch einen Baukasten im Angebot. Das funktioniert wie ein CMS. Nur, dass alle Daten von Dir bei dem Anbieter liegen.

Du zahl dafür meist monatlich eine Gebühr und kannst Dir Deine Website einfach zusammen klicken, das klingt zu herrlich. Leider gehen damit viele Nachteile einher. Den ersten habe ich schon genannt, Deine Inhalte sind beim Anbieter.

Du zahlst Geld für den Service und wenn Du mal das System wechseln willst, musst Du alle Inhalte händisch rauskopieren. Mach das mal. Ich kann Dir sagen, ich habe das schon getan, zu oft – lass uns nicht darüber reden. Du machst Dich abhängig vom Anbieter.

Ich finde das schlimmste, ist die schlechte Performance. Zu Deutsch, Deine Website ist total lahm. Du hast kaum bis keine Möglichkeit, was daran zu ändern.

Diese Baukästen sind gut, aber nicht sehr gut. Die Freiheit alles gestalten zu können, wie Du willst, vermurkst den Code. Der Code ist das, was Du nicht siehst, aber immer da ist. Der sorgt dafür, dass Deine Webseite so aussieht, wie sie aussieht. Klicke mit rechts auf eine Website und wähle „Seitenquelltext anzeigen.“

Drag’n’Drop ist kein Garant für fehlerfreien Code.

Der Code ist oft nicht W3C-konform. Das W3C ist das Gremium des Webs. Dort wird entschieden, welche Funktionen wie zu nutzen sind. Das kannst Du ignorieren, dann erwarte, nicht dass Deine Website einwandfrei läuft. Das ist wie bei Rot über die Ampel fahren, klar kannst Du das tun.

Du bist Kommunikationsdesiger:in? Nein, dann wird Dich die Menge an Optionen erschlagen. Am Ende hat Deine Website keine Struktur und jede Seite sieht anders aus, sowas nenne ich liebevoll Kuddelmuddel-Website. Dennoch klicke ich automatisch den Zurück-Knopf meiner Maus.

Anbieter:

Content-Management-System (CMS)

Ein CMS ist ein Content-Management-System, also ein System, womit Du Deine Inhalte verwaltest. So einfach. Die meisten CMS haben direkt ein Blog-System integriert und sind leicht zu bedienen. Die meisten, nicht alle.

Du kannst Bilder hochladen und direkt im Text einbinden. Du kannst Seiten anlegen und ein Menü erstellen. Alles mit ein paar Klicks. Du kannst Deine Optik wählen, dafür installierst Du ein Theme. Du kannst Dein CMS erweitern mit neuen Funktionen, oft Plugins genannt.

Gibt es Nachteile? Ja, wenn Du keine Ahnung hast, was Du tust. Das Problem sitzt davor. Ja, das klingt wie ein schlechter Scherz, ist aber so. Installierst Du für jedes Problem ein Plugin, wird Deine Website lahm und unsicher.

Du willst nicht, dass Deine Daten weitergegeben werden? Auf vielen Blogs sehe in den Kommentaren kleine Bilder von den Kommentierenden. Das ist nach DSGVO verboten, den es werden Daten ungefragt weitergegeben. Blöd, oder?

Du siehst, das könnte ich so weiterführen. Das hilft Dir nicht (und ich will keinen Frust ablassen). Warum ich Dir dennoch zu einem CMS rate? Erkläre ich im nächsten Abschnitt.

Anbieter:

Mit diesen CMS habe ich gearbeitet. Die letzten drei nur sporadisch. Jedes hat seine Vor- und Nachteile. Darauf einzugehen sprengt den Beitrag. Im Grunde sind alle sehr ähnlich, außer WordPress ist vom Aufbau und Struktur anders – wohl, intuitiver und leichter.

Womit erstllst Du nun Deine erste Website?

Ich empfehle Dir ganz klar WordPress. Das CMS ist perfekt für Dich geeignet, wenn Du

  • eine Dienstleistung oder Online-Produkt anbietest.
  • eine einfach Website mit wenig Seiten hast.
  • einen Blog brauchst (Du brauchst einen).
  • leicht Deine Inhalte pflegen willst.
  • technikaffin aber kein Nerd-mit-Schlaubi-Brille bist.
  • kein Geld dafür ausgeben willst (evtl. mal ein Plugin).
  • willst, dass Deine Website Dir gehört.

Damit der letzte Punkt zutrifft, sollten wir eine Frage dringend klären. Du solltest Deine WordPress-Website unbedingt bei Dir installieren. Also bei Deinem Hoster, deswegen nenne sich das auch selbst gehostet.

Eigeninstallation vs. wordpress.com

Es ist so verlocken auf WordPress.com zu gehen, dort Deine Daten einzugeben und für einen kleinen Unkostenbeitrag sofort loszulegen. Tu es nicht. Ja, es ist leicht, aber der Inhalt liegt dann bei WordPress und nicht bei Dir. Du machst Dich abhängig.

Selbst gehostet bedeutet Du buchst Dir einen Platz im Internet. Das ist wie mit einem Einkaufsladen, da bezahlst Du Miete, um den Raum zu nutzen. Genauso läuft das im Internet. Ein Hoster bietet Dir Platz, Deine Website hochzuladen.

Ja, das kostet Geld, je nach Anbieter weniger als bei wordpress.com, dafür gehört Dir dann alles. Ja wirklich alles. Das ist dann Deine Website. Niemand kann sie Dir wegnehmen, außer, Du wirst gehackt. In Deine Wohnung könnte theoretisch auch jeder einbrechen.

Mir ist das bis jetzt nicht passiert – weder die Wohnung noch die Website. Deswegen wähle einen guten Hoster, am besten einer der regelmäßig eine Sicherung von Deiner Website macht. Zu Hostern wird es noch ein Beitrag folgen.

Warum ich WordPress nutze?

Wenn Du selbstständig bist, als Coach oder Beraterin, dann soll es schnell und leicht zu versehen sein. Vor allem, wenn das nicht Dein Business ist. Ich habe mit allen CMS gearbeitet und WordPress wird direkt verstanden. Der Editor sieht aus wie Word, auch wenn er sich leicht verändert hat.

Einfach Beitrag erstellen und lostippen. Es gibt eine riesige Community, die WordPress immer weiterentwickelt. Es ist das beliebteste und meistgenutzte CMS der Welt. Was soll ich sagen – warum soll ich da gegen den Strom fließen? Ich finde es selber genial und kann damit alles machen.

Verwebliche Dich selbst

Deine Désirée

PS Du brauchst Hilfe bei der Umsetung? Ich biete Dir meine Hilfe im Website-Support an.

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