Wie Du ein Freebie mit Wumms erstellst und vermarktest (inkl. 7 Format-Ideen)

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“Printed by Amazon.”

Da roll’ ich so stark mit den Augen, dass ich an der Schädeldecke anstoße. Aua.

Kennst Du diese Bücher?

Diese ultradünnen Heftchen mit 100 Seiten, Schriftgröße für 100-jährige und Wissen aus dem Internet geklaut, äh zusammengesucht? Ja genau die meine ich. Und dafür soll ich Geld zahlen?

Niemals.

Ich freue mich, dass jeder sein Buch selber vermarkten kann. Aber damit wird soviel Schund getrieben, weil jeder mit wenig Aufwand schnell reich werden will. Das unlogische Min-Max-Prinzip lässt grüßen.

Mein Motto zu solchen Büchern: Wenn kein Verlag das drucken will, ist es nichts wert. Ja, das ist fies, aber schont meinen Geldbeutel.

Was also tun mit den Heftchen? Genau. Verschenken im Austausch für meine Daten. Zwar habe ich kein Geld ausgegeben, jedoch mit meinen Daten bezahlt.

Das ärgert mich genauso. Die meisten Freebies sind so inhaltslos wie Klopapier. Aber mit Klopapier kann ich meinen Hintern abwischen.

Dann gibt es noch das Gegenteil, nämlich maßlos überfüllte, wo ich gleich ein Lexikon bekomme. Wie soll mir das helfen? Wann soll ich das lesen?

Also ja, ein Freebie kann sein Ziel verfehlen, damit Dir das nicht passiert, schenke mir 9 Minuten Deiner Zeit und wir klären:

  • Was ist ein Freebie genau?
  • Welches Format sollte Dein Freebie haben?
  • Wie lang sollte Dein Freebie sein?
  • Wo bietest Du Dein Freebie an?

Mach es besser als 99 % da draußen und kreiere ein Freebie, was geladen, gelesen und dankbar umgesetzt wird.

Was ist ein Freebie und wozu brauch ich das?

Freebie heißt übersetzt Werbegeschenk. Was früher der Kulli war, ist heute ein digitales Produkt. Es wird auch gerne Lead-Magnet genannt.

Andere kreative Namen für Freebie:

  • Lead Magnet
  • Goody
  • Giveaway
  • Werbegeschenk

Ja, Lead Magnet klingt doof und kommt aus dem Englischen.

Ein „Lead“ entsteht, sobald eine Besucherin auf Deiner Website ihre Daten da lässt. Also sich in Deinen Newsletter einträgt oder ein Kontaktformular ausfüllt.

Und ich denke, Magnet ist klar, weil halt anziehend. Du willst Interessenten anziehen, auf Dich aufmerksam machen. Und dafür brauchst Du Magie.

Ach ’ne, einen atemberaubenden Lead-Magneten.

Du benutzt das Freebie, um Daten zu sammeln. Und damit Menschen Dir Deine Daten geben, muss der Lead-Magnet unwiderstehlich sein wie Spekulatius im Herbst. Keiner kann widerstehen, weswegen sie im Winter ausverkauft sind.

Aber klären wir erstmal, was kannst Du den als Lead-Magnet anbieten?

Die 7 begehrtesten Freebie-Formate?

Es gibt natürlich noch mehr Freebie-Formate, aber braucht es immer ellenlange Listen?

Nein.

Deswegen habe ich die 7 besten Formate für Dich gefiltert. Welches Format darf es den sein?

  1. Vorlage/Template
  2. Liste/Checkliste
  3. E-Mail-Kurs
  4. Schritt-für-Schritt-Anleitung
  5. Fallstudie
  6. kurzes Video/Audio
  7. Quiz

1. Vorlage/Template

Die Vorlage ist mega praktisch, denn Du hast sie vermutlich schon. Wenn Du z. B. Bewerbungs-Coach bist, wäre ein Lebenslauf als Word-Datei perfekt.

Du bist eine Webdesignerin, dann hast Du vielleicht schon fertige Templates, die Du anbieten kannst. Oder Du bist Fotografin und kannst fertige Photoshop-Presets anbieten, damit die Bilder Deiner Besucherinnen erstrahlen.

Egal, worin Du Expertin bist, ich bin mir sicher, Du nutzt Vorlagen. Die sind perfekt als Freebie, weil sie alle Kriterien erfüllen und Du sie schon erstellt hast.

2. Liste/Checkliste

Vielleicht hast Du immer wiederkehrende Arbeitsschritte, die sich perfekt als Liste eignen. Der Vorteil ist klar, Du hast die Liste schnell erstellt und Deine Besucherin kann sie Schritt für Schritt abarbeiten.

Was ist befriedigender als eine Aufgabe abzuhaken?

Richtig, wenn die Liste komplett abgearbeitet ist.

Ich arbeite sehr gerne mit Listen. Daher ist das als Freebie-Format gut geeignet.

3. E-Mail-Kurs

In einem E-Mail-Kurs bietest Du Dein Wissen häppchenweise an. Wichtig ist, dass jede E-Mail reinhaut. Also nicht wörtlich. Das ist für Vielschreiber natürlich kein Problem.

Du könntest die 5 schlimmsten Fehler bei der Pferdepflege anbieten. Der E-Mail-Kurs bietet sich auch zusätzlich an. Also Du gibst ein PDF als Checkliste und machst eine E-Mail-Reihe dazu. Tschaka, das ist noch besser.

4. Schritt-für-Schritt-Anleitung

Du hast ein konkretes Problem, was sich mit ein paar Schritten lösen lässt? Perfekt, schreibe die Schritte auf. Leicht zu lesen, schnell umzusetzen.

Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind prima zum Einstieg. Du löst ein konkretes Problem und Deine Leserschaft sieht sofort, dass es klappt. Wenn Du unsicher bist, entscheide Dich dafür.

Auch mein Freebie ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wo ich Deine Website mit nur einem Plugin und eine handvoll Schritten beschleunige.

5. Fallstudie (Case study)

Eine Fallstudie kannst Du nur anbieten, wenn Du eine hast. Eine Fallstudie ist quasi ein Vorher-Nachher-Vergleich. Das siehst Du oft bei Übergewichtigen, die abgenommen haben. Vorher-Bild und Nachher-Bild. Das sind natürlich die besten Fallstudien.

Wenn Du Coach oder Beraterin bist uns so einen Vergleich hast, wo Du das Leben eines Kunden geradezu transformiert hast, perfekt. Nimm das als Dein Freebie.

6. kurzes Video/Audio

Schreiben ist nicht Dein Ding? Ok, dann löse das Problem per Video oder Audioaufnahme. Halte Dich kurz. Schaffe es das Problem in unter 3 Minuten zu lösen.

Videos bieten sich an, wenn es sportlich wird. Da sind Bilder und Worte schwer zu beschreiben. Liebscher und Bracht machen es regelmäßig vor.

7. Quiz

Du willst mal was anderes machen? Dann nimm das Quiz. Das ist noch selten benutzt. Sobald Du das Quiz ausgefüllt hast, willst Du unbedingt das Ergebnis wissen.

Technische ist es anspruchsvoller eins einzubauen. Achte darauf, dass das Quiz auf Deiner Website bleibt und nicht zu irgendwelchen kuriosen Seiten weiterleitet. Für WordPress findest Du sicherlich ein passender Plugin.

Wähle ein Format aus, was zu Dir und Deinem Angebot passt

Jetzt hast Du 7 unwiderstehliche Freebie-Formate, welches Du auswählst, entscheidest sich, wo Du hinwillst. Was technisch für Dich möglich ist und wie schnell es gehen soll.

Eine Checkliste ist schneller geschrieben als ein Video gedreht und geschnitten. Eine Vorlage hast Du vielleicht schon herumliegen.

Aber eine Fitnessübung als PDF mit Bildern ist schwierig. Mediation-Einleitung als Text? Unpraktisch, vielleicht besser die Tonaufnahme.

Achte darauf, ein Format zu wählen, was sehr gut zusammenpasst.

Weiter geht es, wie kommst Du nun an das perfekte Freebie, um Deine Kundschaft um den Finger zu wickeln. Ich meine zu überzeugen von Dir.

Wie erstellst Du das sagenumwobenen Freebie nun?

Es ist anders als du denkst

Du fängst nämlich ganz vorn an und wo ist das?

Richtig. Bei Dir.

Einfach ein Freebie erstellen, um den Lead-Magnet wegen wird nicht funktionieren. Also starten wir bei Dir, Deinem Angebot und Deine Zielgruppe.

Was bietest Du für wen an?

Für welches Angebot willst Du das Freebie erstellen?

  • Bietest Du ein 1:1 Coaching an?
  • Oder hast du einen Online-Kurs?
  • Gibst Du vor Ort Trainerstunden?

Du merkst schon, das sind komplett unterschiedliche Ausrichtungen und deswegen eine andere Zielgruppe.

Entscheide Dich für ein Angebot, für das Du ein Freebie erstellen willst. Nur eins.

Die Zielgruppe dazu sollte Dir bekannt sein.

Und genau um die kümmern wir uns jetzt.

Welches Problem hat Deine Zielgruppe?

Du hast Dich für ein Angebot entschieden, jetzt durchleuchtest Du Deine Zielgruppe genauer. Beantworte zwei Fragen:

  • Welche Probleme hat Deine Zielgruppe?
  • Welche Wünsche hat Deine Zielgruppe?

Schreib alles auf, was Dir einfällt. Kein redigieren, einfach runterschreiben. Notiere Dir alle Probleme, Hürden, Hindernisse und Ängste, die Deine Zielgruppe hat. Und genauso ihr Wünsche und Träume auf.

Jetzt wird gefiltert.

Entscheide dich für die drei dringendsten Probleme. Am besten in Kombi mit dem Wunsch der dahinter steht.

Zum Beispiel: Meine Kundinnen fragen oft, welches Keyword sie nehmen sollen.

  • Das Problem: zu viele Keywords.
  • Ihr Wunsch: das Richtige auswählen.
  • Mein Angebot: 1:1 Coaching.

Falls Du jetzt eine Antwort auf die Frage suchst, findest Du in meinem Mini-Tutorial: Keywords richtig filtern eine schnelle Lösung (ohne kostenpflichtiges Tool).

Du hast Dein Angebot, Deine Zielgruppe und das schlimmste Problem. Kommen wir zur Lösung.

Die Ich-habe-keine-Zeit-Lösung

Jetzt überlegst Du Dir, wie Du das Problem in 5 Minuten lösen kannst.

Ja du hast richtig gelesen:

5 Minuten.

Sei ehrlich zu Dir. Keiner, wirklich keiner hat mehr Bock ein 20-minütiges Video anzuschauen, um dann endlich ein Ergebnis zu sehen.

Das Ergebnis müsste so weltverändernd sein, das kannst Du nicht anbieten.

Das längste Freebie, was ich mir mal „anschauen“ sollte, ging 90 Minuten.

90 Minuten.

Ohne die Möglichkeit, das Video zu beschleunigen.

Das ist ein durchschnittlicher Kinofilm (also alles außer Marvel).

Warum sollte ich das tun?

Richtig, es gibt keinen Grund. Deswegen habe ich das Video nach 5 Minuten beendet. Lösung zum Problem gefunden. Nein.

Deswegen gilt: Halte Dich kurz.

Häufiges Problem → schnelle Lösung → konkretes Ergebnis

Keiner hat auf Dich und Dein Freebie gewartet, deswegen gilt, überzeuge schnell. Zeit ist bei uns allen sehr begrenzt. Deswegen schenke Deinen Leserinnen Zeit, indem Du ihr Problem schnell löst.

Jetzt bist Du dran.

Nimm Deine Probleme-Wünsche-Liste zur Hand und finde passende Lösungen dazu. Am besten ja zu jedem Problem. So hast Du gleich mehr Ideen und kannst Dir überlegen, welche Du umsetzt.

Oder Du hast schon Ideen für weitere Lead-Magneten. Sagt ja keiner, dass Du nur einen davon brauchst.

Und jetzt entscheide Dich für eine Lösung.

Du brauchst Hilfe beim entscheiden?

Stell Dir ein paar Fragen:

  • Welche Lösung beeindruckt Deine Kundin sofort?
  • Bei welcher Lösung ist Deine Kundin danach sprachlos?
  • Gibt es eine Lösung, für die Du sogar Geld verlangen könntest?

Jetzt kennst Du die Antwort. Und nun?

Nun setzt Du das Freebie um. Suche Dir das passende Format und fange an.

Ziel: Löse ein konkretes Problem in unter 5 Minuten.

Tipps zur Umsetzung

Noch ein paar grundlegende Tipps zur Umsetzung:

  • Wähle ein Format, was Dir zusagt. Brauchweh vorm Videodreh, dann schreib lieber.
  • Wenn Du ein PDF erstellst, achte darauf, dass die Felder digital ausfüllbar sind.
  • Achte auf die Zeit! Nie länger als 5 Minuten. Besser sind nur 3 Minuten.
  • Fokussiere Dich auf das Hauptproblem. Nebenprobleme bleiben nebensächlich.
  • Verstell Dich nicht und bleibt authentisch.

Jetzt wünsche ich Dir viel Spaß beim Erstellen. Und wenn das geschehen ist, was kommt dann?

Dann folgt der genauso wichtige Teil: nämlich die Werbung für Dein Freebie.

Wo bietest Du Dein Freebie an?

Primär auf Deiner Website. Am besten inhaltlich passend in Deinen Artikeln.

Übertreib es nicht damit. Deine Besucherinnen sollen das sehen.

Aber es gibt einen Punkt, an dem nervt es nur noch:

  • Wenn es in der Seitenleist vorkommt,
  • dazu noch min. 3-mal im Text
  • und Du mir nach 10 Sekunden einen Pop-up vor den Latz knallst.

Das ist zu viel. Auffällig um jeden Preis?

Bitte nicht.

Alles, was Du verlierst, sind potenzielle Kundinnen, die schneller das Weite suchen als Du Freebie sagen kannst.

Damit Du Dein Freebie noch woanders präsentieren kannst, brauchst Du eine Seite wo Besucherinnen das Herunterladen können.

Das nennt sich Landingpage. Übersetzt heißt das, Zielseite. Eine Seite, die dem Ziel dient, dass Besucherinnen Deinen Freebie laden. Meine Landingpage zum Mini-Tutorial.

Wenn Du so eine Landingpage gebaut hast, kannst Du Dein Freebie noch anders bewerben:

  • Mit mehrere Pins auf Pinterest
  • Bei Facebook in der Story posten, Beitrag machen und als Link platzieren (das geht auch bei Insta)
  • Anzeigen auf Instagram oder Facebook schalten
  • In passenden Facebook-Gruppen posten
  • Die SEO-optimierte Seite von Google indexieren lassen

Die Werbetrommel rühren ist genauso wichtig wie das richtige Freebie zu erstellen.

Jetzt bist Du dran. Zeige mir Dein Freebie und ich sage Dir, ob es die Kriterien erfüllt. Schreib mir in den Kommentaren.

Deine Désirée

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